works
Günther Anders Die Antiquiertheit des Menschen. 1: Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution book Die zeitgenössische Existenz ist durch eine fundamentale Diskrepanz zwischen dem grenzenlosen technologischen Herstellungsvermögen und der begrenzten menschlichen Vorstellungs- und Empfindungskraft gekennzeichnet. Dieses als „prometheisches Gefälle“ bezeichnete Phänomen führt zu einer Selbstabwertung des Menschen gegenüber der Perfektion seiner Produkte, was sich in einer spezifischen Scham vor der eigenen Unzulänglichkeit und biologischen Bedingtheit äußert. Durch die massenmediale Vermittlung via Rundfunk und Fernsehen wird die Realität in ein konsumierbares Phantom transformiert, wodurch die Grenze zwischen Faktum und fiktivem Bild erodiert und der Mensch in einen Zustand der Weltlosigkeit sowie Passivität versetzt wird. Innerhalb arbeitsteiliger, hochtechnisierter Systeme wandelt sich individuelles Handeln in ein bloßes „Mit-Tun“ um, das persönliche Verantwortung durch funktionale Gewissenhaftigkeit ersetzt. Die radikalste Konsequenz dieser Entwicklung stellt die atomare Bedrohung dar, welche die Menschheit erstmals in ihrer Gesamtheit physisch vernichtbar macht. Da das Ausmaß dieser potenziellen Annihilation jedoch die Kapazität des menschlichen Vorstellungsvermögens übersteigt, resultiert daraus eine weitverbreitete „Apokalypse-Blindheit“. Der Mensch agiert somit als Relikt in einer von ihm selbst geschaffenen Welt, deren Konsequenzen er weder emotional noch moralisch vollumfänglich zu reflektieren vermag. - KI-generierte Zusammenfassung.

Die Antiquiertheit des Menschen. 1: Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution

Günther Anders

München, 1956

Abstract

Die zeitgenössische Existenz ist durch eine fundamentale Diskrepanz zwischen dem grenzenlosen technologischen Herstellungsvermögen und der begrenzten menschlichen Vorstellungs- und Empfindungskraft gekennzeichnet. Dieses als „prometheisches Gefälle“ bezeichnete Phänomen führt zu einer Selbstabwertung des Menschen gegenüber der Perfektion seiner Produkte, was sich in einer spezifischen Scham vor der eigenen Unzulänglichkeit und biologischen Bedingtheit äußert. Durch die massenmediale Vermittlung via Rundfunk und Fernsehen wird die Realität in ein konsumierbares Phantom transformiert, wodurch die Grenze zwischen Faktum und fiktivem Bild erodiert und der Mensch in einen Zustand der Weltlosigkeit sowie Passivität versetzt wird. Innerhalb arbeitsteiliger, hochtechnisierter Systeme wandelt sich individuelles Handeln in ein bloßes „Mit-Tun“ um, das persönliche Verantwortung durch funktionale Gewissenhaftigkeit ersetzt. Die radikalste Konsequenz dieser Entwicklung stellt die atomare Bedrohung dar, welche die Menschheit erstmals in ihrer Gesamtheit physisch vernichtbar macht. Da das Ausmaß dieser potenziellen Annihilation jedoch die Kapazität des menschlichen Vorstellungsvermögens übersteigt, resultiert daraus eine weitverbreitete „Apokalypse-Blindheit“. Der Mensch agiert somit als Relikt in einer von ihm selbst geschaffenen Welt, deren Konsequenzen er weder emotional noch moralisch vollumfänglich zu reflektieren vermag. - KI-generierte Zusammenfassung.

PDF

First page of PDF