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Günther Anders Die Antiquiertheit des Menschen / Bd. II, Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution. book Die technisierte Welt der Gegenwart zeichnet sich durch eine grundlegende Verschiebung der Machtverhältnisse aus, in der die Technik vom bloßen Werkzeug zum eigentlichen Subjekt der Geschichte avanciert ist. Der Mensch befindet sich in einer permanenten Diskrepanz zwischen seinem gesteigerten Herstellungsvermögen und seinem begrenzten Vorstellungsvermögen, was als „prometheisches Gefälle“ definiert wird. In dieser Phase der industriellen Entwicklung, geprägt durch die nukleare Bedrohung, besitzt die Menschheit die Kapazität zur vollständigen physischen Selbstauslöschung. Gleichzeitig erodiert die menschliche Subjektivität durch fortschreitende Automation und die mediale Erzeugung von Scheinrealitäten, die authentische Erfahrungen durch Phantome ersetzen. Arbeit wandelt sich von einer zweckgerichteten Gestaltung zur bloßen Überwachung technischer Prozesse, was zu einem weitgehenden Sinnverlust führt. Die Konsumgesellschaft erzwingt zudem eine ständige Entwertung von Produkten und moralischen Kategorien, da die Technik die Realisierung alles Machbaren fordert, ungeachtet der Konsequenzen. In diesem technokratischen Zustand wird die Privatsphäre liquidiert und das Individuum zu einem Funktionär in einem lückenlosen Apparatesystem degradiert. Die moralische Verantwortung schwindet, da die arbeitsteilige Organisation der Moderne die Verbindung zwischen individuellem Handeln und dessen oftmals zerstörerischen Auswirkungen verschleiert. Letztlich resultiert diese Entwicklung in einer Welt, in der der Mensch gegenüber seinen eigenen Erzeugnissen antiquiert wirkt und als bloßer Mitläufer einer autonomen technologischen Evolution verbleibt. - KI-generierte Zusammenfassung.

Die Antiquiertheit des Menschen / Bd. II, Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution.

Günther Anders

München, 1980

Abstract

Die technisierte Welt der Gegenwart zeichnet sich durch eine grundlegende Verschiebung der Machtverhältnisse aus, in der die Technik vom bloßen Werkzeug zum eigentlichen Subjekt der Geschichte avanciert ist. Der Mensch befindet sich in einer permanenten Diskrepanz zwischen seinem gesteigerten Herstellungsvermögen und seinem begrenzten Vorstellungsvermögen, was als „prometheisches Gefälle“ definiert wird. In dieser Phase der industriellen Entwicklung, geprägt durch die nukleare Bedrohung, besitzt die Menschheit die Kapazität zur vollständigen physischen Selbstauslöschung. Gleichzeitig erodiert die menschliche Subjektivität durch fortschreitende Automation und die mediale Erzeugung von Scheinrealitäten, die authentische Erfahrungen durch Phantome ersetzen. Arbeit wandelt sich von einer zweckgerichteten Gestaltung zur bloßen Überwachung technischer Prozesse, was zu einem weitgehenden Sinnverlust führt. Die Konsumgesellschaft erzwingt zudem eine ständige Entwertung von Produkten und moralischen Kategorien, da die Technik die Realisierung alles Machbaren fordert, ungeachtet der Konsequenzen. In diesem technokratischen Zustand wird die Privatsphäre liquidiert und das Individuum zu einem Funktionär in einem lückenlosen Apparatesystem degradiert. Die moralische Verantwortung schwindet, da die arbeitsteilige Organisation der Moderne die Verbindung zwischen individuellem Handeln und dessen oftmals zerstörerischen Auswirkungen verschleiert. Letztlich resultiert diese Entwicklung in einer Welt, in der der Mensch gegenüber seinen eigenen Erzeugnissen antiquiert wirkt und als bloßer Mitläufer einer autonomen technologischen Evolution verbleibt. - KI-generierte Zusammenfassung.

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